Letzte Aktualisierung am 26.9.2016 auf der Seite "Schriftenreihe"
HOAI
Praxishilfe Stundensätze
AHO Stundensatzrechner
HOAI 2009 Spezial
     
  Praxishilfe zur Ermittlung von Stundensätzen (Einleitung)
     
   

Die bislang ohnehin als unauskömmlich angesehenen Stundensätze des § 6 HOAI 1996 wurden ersatzlos gestrichen, um den Parteien eine größere Vertragsfreiheit einzuräumen. Regelungen zur Höhe von Stundensätzen sind damit in der HOAI 2009 nicht mehr gegeben, so dass die Vertragsparteien gefordert sind, ortsübliche Stundensätze zu vereinbaren. Bei der Vereinbarung von Stundensätzen ist zu beachten, dass in diesen sämtliche Kosten eines Planerbüros aus projektbezogener Tätigkeit zu erwirtschaften sind. Der AHO zeigt Ihnen drei Wege zur Ermittlung von Stundenverrechnungssätzen als Arbeitshilfe auf. Der erste Weg basiert auf der Ermittlung gemäß AHO-Bürokostenvergleich, der zweite Weg basiert auf dem Statusbericht 2000plus Architekten/Ingenieure und der dritte Weg zeigt die komplexe Ermittlung von bürospezifischen Mitarbeiterverrechnungssätzen auf. Die Arbeitshilfen wurden nach bestem Wissen erstellt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Gewähr, insbesondere für die juristische Durchsetzbarkeit der ermittelten Ergebnisse geben können. Anregungen und Erfahrungen im praktischen Umgang mit den Arbeitshilfen werden wir gerne aufnehmen und berücksichtigen.

Die Ableitung der Personenstunden- und Personalmonatsverrechnungssätzen für Mitarbeiter in Planungsbüros ist im Heft Nr. 21 der AHO-Schriftenreihe "Interdisziplinäre Leistungen zur Wertoptimierung von Bestandsimmobilien" im Bild 31 aufgezeigt. Dabei wird neben den unmittelbaren Personalkosten des Mitarbeiters dessen Deckungsbeitrag für die Personalkosten der Geschäftsführung und das Sekretariat sowie Sachkosten des Bürobetriebs am Beispiel eines Ingenieurbüros dargestellt. Dieser Ansatz geht von unmittelbaren Personalkosten eines Mitarbeiters pro Jahr aus.

AHO-Stundensatzrechner
Zum DIB-Artikel „Ermittlung von bürospezifischen Mitarbeiterverrechnungssätzen“, DIB 06/2010 (Externer Link)

Zunächst werden die Deckungsstundensätze aufgrund des Sprungs zu den in der HOAI 1996 verordneten Stundensätzen überraschen; sie verdeutlichen jedoch den enormen Korrekturbedarf. Dies wurde ebenfalls im Auftrag des BMWi verfassten Statusbericht 2000plus Architekten/Ingenieure gutachtlich festgestellt. Im Statusbericht 2000 plus Architekten/Ingenieure wird Bezug nehmend auf Zimmermann der Stundensatz unter Berücksichtigung von Gemeinkostenfaktoren einschließlich 5% Wagnis und 5% Gewinn für 2001 als Medianwert bezogen auf das jeweilige Jahresgehalt wie folgt beziffert:

  • Architekten
    1,63 v. T. x Jahresgehalt (38-Std.-Woche)
  • Ingenieure
    1,59 v. T. x Jahresgehalt (39-Std.-Woche)

Bei einem Jahresgehalt von z. B. 3.500 ¤ x 13 = 45.500 ¤ ergäbe sich somit ein Stundenlohn von 45.500 ¤ x 1,59 / 1000 = 73,26 ¤/h.

Zuschläge für Wagnis sind erforderlich für:

  • Honorarausfälle, z. B. durch Konkurs der Auftraggeber
  • Kosten aus Rechtsfällen
  • Fehleinschätzungen gem. HOAI § 6 Abs. 1 bei Fest- oder Höchstbeträgen
  • Akquisitionsleistungen, welche nicht zum Auftrag führen
  • Nacharbeitungskosten für Fehlleistungen der Mitarbeiter
  • Kosten der Trennung von langfristig beschäftigten Mitarbeitern
  • Weitere Sozialleistungen der Unternehmen für Mitarbeiter

Im Ergebnis des Statusberichts 2000plus wurden folgende Stundensätze dem BMWi empfohlen (Ermittlung Mitarbeiterdeckungsleistung):

  • für den Auftragnehmer (Inhaber)
    65 bis 140 €/h
  • für Mitarbeiter, technisch und wirtschaftlich
    60 bis 120 €/h
  • für Mitarbeiter, technisch oder wirtschaftlich
    55 bis 90 €/h
  • Techniker
    40 bis 60 €/h
     
     
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